Krautschupfnudeln im Auslandseinsatz

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Die Weihnachtsmärkte sind zwar schon seit einiger Zeit passé, doch der Winter mit seiner Kälte ist noch lange nicht vorbei. Fernab der Heimat träumt man da schonmal, besonders nach schneereichen Tagen wie die der letzten Woche (Grüße an dieser Stelle an #snowzilla aka. #jonas), von wärmenden Genüssen aus dem Schwabenland. Eines meiner absoluten Lieblingsgerichte der kalten Jahreszeit sind Krautschupfnudeln, wie man sie meist vom Weihnachtsmarkt kennt (daher die Einleitung ;) ). Nur außerhalb der nach Glühwein und Bratwurst duftenden Buden bekommt man dieses leckere Gericht leider nur selten zu Gesicht, ganz zu schweigen in New York. Doch frei nach dem Motto „Selbst ist der Mann“ nahm ich mich der Herausforderung an, da die Lust einfach zu groß war.

Schupfnudeln? Selbstmachen? Aus was bestehen die eigentlich? Diese und weitere Fragen, die uns alle nächtelang nicht schlafen lassen, werden heute geklärt. Vorab allerding noch eine kleine Warnung: Das heutige Bildmaterial kommt qualitativ nicht an die gewohnte Schärfe unserer Fotos ran. Dies liegt zum einen am Ableben meiner Kamera, zum anderen an der nicht unbedingt schön anmutenden Natur des Gerichts. Doch was nicht schön ist, überzeugt bekanntlich durch seine inneren Werte! Los geht’s!

Zutaten (für 4 Portionen):IMG_7798

  • 750g Kartoffeln (mehlig kochend)
  • 250g Mehl (+ evtl. feines Gries)
  • 1 Ei
  • Butter zum Anbraten
  • 1 Prise Muskat
  • 250g Speckwürfel (in meinem Fall Bacon)
  • 1 Glas Sauerkraut (German Style!)
  • Kümmel nach Belieben
  • 1 Zwiebel (wenn man möchte)

Die Offenbarung: Wer gut aufgepasst hat, weiss mittlerweile auch schon, aus was Schupfnudeln bestehen. Richtig, Kartoffeln! Diese werden im ersten Schritt in einen Topf gepackt und gekocht, bis sie sehr durch sind und einfach zerdrückt werden können. Wer davor schält spart sich später die Mühe.

IMG_7823Während die Kartoffeln fröhlich köcheln kann man das Kraut vorbereiten. Dazu zunächst den Speck in eine gut beschichtete Pfanne geben und knusprig anbraten. Das sich in der Pfanne ansammelnde Fett ruhig drin lassen, wenn man als nächsten Schritt die Zwiebel anbrät. Das Kraut aus dem Glas dazu geben, davor den Saft abschütten. Das Kraut mit dem Speck gut vermengen, mit Salz, Pfeffer und Kümmel nach belieben abschmecken und vom Herd nehmen.

 

Die gekochten, geschälten, Kartoffeln werden mit einem Stampfer zu feinem Brei verarbeitet, welcher dann zunächst abkühlen sollte. Achtet darauf, dass keine allzu groben Stückchen übrigbleiben, da diese sonst später beim Schupfnudel-formen problematisch werden und die Nudeln zerfallen. Dem Kartoffelbrei gibt man ein Ei und das Mehl hinzu. Gerne kann ein Teil des Mehls durch Gries ersetzt werden, das ergibt beim Braten später eine knusprigere Kruste. Dem Teig unbedingt neben einer Prise geriebener Muskatnuss auch eine wirklich ordentliche Prise Salz verpassen, denn sonst schmecken die Nudeln fad. Nun das Ganze zu einem glatten Teig verkneten. Dafür kann es sein, dass man noch mehr Mehl nachgeben muss, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

 

Setzt einen großen Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen auf. Den Kartoffelteig in zwei Hälften teilen und diese je zu einer 4-5 cm dicken Rolle formen. Mit einem scharfen Messer werden in 1 cm Abständen Scheiben geschnitten, die daraufhin zwischen den Händen zu Schupfnudeln geformt werden. Wenn der Teig seine Transformation abgeschlossen hat, gebt die Schupfnudeln in den Topf mit dem kochenden Wasser. Nicht alle auf einmal, sonst können die fertig gekochten Nudeln nicht mehr zur Wasseroberfläche aufsteigen. Die nach ca. 3-4 Minuten durchgekochten Schupfnudeln abschöpfen.

IMG_7826Finale! Das bereits zubereitete Kraut ist inzwischen schön durchgezogen und kann jetzt wieder heiß gemacht werden. Die gekochten, abgetropften Schupfnudeln werden in einer großen Pfanne in Butter oder Butterschmalz kräftig angebraten. Wendet die Nudeln ausreichend, bis alle Seiten gleichmäßig goldbraun angebraten sind.
Nun die Nudeln auf einem Teller mit einer guten Portion Speckkraut anrichten und mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht die riesige Portion Heimatgefühl, am Besten zusammen mit Freunden, schmecken lassen.

 

IIMG_7837ch hoffe, dass Euch diese Schupfnudeln die Sehnsucht nach Heimat und Weihnachtsmarkt genauso erträglicher machen, wie mir!

Mit besten Grüßen aus New York.
Frank

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